Veranstaltungen
Lesung in Münster am 26. Juni 2009

Mit Carola Gruber, Anna Serafin, Doris Weininger
Moderation: Andreas Heckmann

 

"Südlichter" - drei Münchner Erker-Autorinnen zu Gast in Münster

Die Aasee-Bibliothek lud zu einer sommerlichen Lesung am 26. Juni 2009 ein. Das Plakat dazu hier als PDF

Am Erker ist zwar in Münster beheimatet, doch Redakteure und Beiträger wohnen in ganz Deutschland, ja sogar in Sofia und Süditalien. Als eine Säule der Erker-Produktion hat sich in letzter Zeit neben der Berliner auch die Münchner Literaturszene erwiesen, die am 26. Juni 2009 mit drei Vertreterinnen in der Aasee-Bibliothek zu Gast war.

Carola Gruber, 1983 in Bonn geboren und in München aufgewachsen, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft in Hildesheim, Berlin und Montreal und promoviert nun über ein komparatistisches Thema in München. Neben Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften hat sie im Verlag Poetenladen im letzten Jahr Alles an seinem Platz - 66 mögliche Geschichten veröffentlicht, ein Debüt, in dem sie "mit leichter Hand 66 Schreibregeln zur Textproduktion, also 66 literarische Strickmuster zusammengestellt hat, die zugleich 66 wunderbar sinnliche und doch hochgradig reflexive, einander spiegelnde und aufeinander verweisende Kurzprosastücke sind", wie ein Rezensent zu schwärmen wusste.
Carola Gruber brachte einige ihrer 66 möglichen Geschichten zu Gehör, zudem ihren aktuellen Erker-Text Fliegen, Landen, Warten. Ein Reiselexikon in zwölf Etappen.

Anna Serafin, *1973 in Liegnitz, studierte in Breslau Germanistik (mit Schwerpunkt Niederlandistik) und in München Slawistik, Soziologie und Interkulturelle Kommunikation und jobbt sich trotz zweier Hochschulabschlüsse gegenwärtig mal wieder so durch. Übersetzungen aus dem Russischen (Arsen Rewazow, Max Frei) für einen Münchner Verlag sowie aus dem und ins Polnische für diverse Zeitschriften, darunter für den Erker; Arbeit an einem schon weit gediehenen veganen Kochbuch (inkl. Fotos).
Anna Serafin hat im Juni letzten Jahres in einer Münchner Buchhandlung aus ihrem Tagebuch einer Arbeitsemigrantin gelesen, in das Erfahrungen eingegangen sind, die sie als Küchenhilfe, Putzfrau, Kindermädchen und Verkäuferin in den 90er Jahren in Münchner Haushalten und Geschäften gemacht hat. Aus dem inzwischen kräftig gewachsenen Manuskript wurden diesmal Texte zu Gehör gebracht, die im Polen der Wendezeit spielen und die Ich-Erzählerin als Verkäuferin auf einem Oppelner Markt und als Mitarbeiterin in einer Piroggenbar zeigen.

Doris Weininger, *1966 in Linz, ist freiberufliche Archivpflegerin und Autorin von Kurzgeschichten, Kleinst-Epen und Lyrik. Veröffentlichungen im Black-Ink-Verlag, in der Literaturzeitschrift Am Erker sowie - als Miss Harmlos - im Verlag Blaupause. Diverse Lesungen in Buchhandlungen mit der Blaupause und dem Erker-Team, einmal auch im Literaturhaus München im Rahmen des Kolloquiums "Literaturzeitschriften und Kreativität"; Auftritte bei Poetry-Slams.
Doris Weininger schreibt gern über Personen, die sich im Verlieren eingerichtet haben und irritiert sind, wenn ein auffälliger Registerwechsel sie auf die noble Überholspur bringt.
In Münster las sie Kurzgeschichten zu den Themen Neugier, Vorbilder und Grenzen, die teils veröffentlicht, teils unveröffentlicht sind.

Durchs Programm führte Andreas Heckmann, *1962 in Oldenburg. Der literarische Übersetzer aus dem Englischen, der u.a. für die Verlage S. Fischer, Klett-Cotta und Goldmann gearbeitet und beispielsweise John Boyne und Robert Crais ins Deutsche übertragen hat, lebt in München, ist seit 1997 mit Kurzprosa, Rezensionen, Essays und nun auch als Interviewpartner von Schriftstellern und Kartoffelhändlern nicht nur im Erker vertreten und gehört seit 2007 der Erker-Redaktion an.

Von oben nach unten (vergrößern durch Anklicken):

Carola Gruber, Doris Weininger, Anna Serafin
Carola Gruber
Anna Serafin
Doris Weininger
Andreas Heckmann
Doris Weininger, Anna Serafin, Carola Gruber
Carola Gruber
Anna Serafin
Andreas Heckmann mit den drei Lesenden
Die gesamte Gruppe mit Organisator Carsten Topp

Fotos: © Michael Kofort